Fazit ein Jahr Rasierhobel

So, nun rasiere ich mich schon genau ein Jahr lang mit einem Rasierhobel. Zeit für an abschließendes Fazit.

Was habe ich die Jahre zuvor nicht schon alles ausprobiert. Nasse Rasur mit diversen Systemrasierern von diversen Herstellern, und trocken mit den verschiedensten Elektrorasierern.

Bei den Elektrorasierern hat mich am meisten gestört, das die so laut sind. So richtig leise war da keines der ausprobierten Geräte. Und gründlich ist auch was anderes.
Die Systemrasierer, da hatte ich Wilkinson und Gillette ausprobiert, sind da schon was anderes. Hier ist die Rasur schon gründlicher. Aber das ganze geht ganz schön ins Geld. Nach maximal zwei Wochen war da bei mir schon eine neue Klinge fällig. Das läppert sich, wenn man so über zwanzig Euro für eine Packung mit 12 Klingen nimmt.

Seit nun einem Jahr benutze ich nun einen Rasierhobel für meine Rasur.
Es hat gut drei Monate gedauert bis die Rasur gut von der Hand lief, und die Verletzungen nicht mehr zu groß sind. Verletzungen bleiben am Anfang nun mal nicht aus. Aber das Ergebnis ist, wenn man es dann irgendwann drauf hat, schon eine Klasse für sich. Noch nie zuvor hatte ich nach der Rasur eine so glatte Haut. Da liegen, wenn ich die Systemrasierer und den Rasierhobel miteinander vergleiche, Welten dazwischen.

Rasierhobel

Ich bin, mit der Benutzung des Rasierhobels, dazu übergegangen mit Abends zu rasieren. So hat meine Haut über Nacht Zeit sich zu regenerieren. Und ich mich mich Morgens dann auch nicht beeilen mit der Rasur. Denn wenn man sich mit einem Rasierhobel rasiert, so meine Erfahrung, sollte man sich schon Zeit nehmen und nichts überstürzen.

Mittlerweile ist es Abends schon ein kleines nettes Ritual geworden, mit bei laufender Musik im Badezimmer mit dem Hobel zu rasieren und während dessen meinen Gedanken nachzuhängen, bzw. den Tag Revue passieren zu lassen.
Bis auf an einen oder zwei Tagen die Woche, rasiere ich mich täglich. Ich fühle mich mit Stopeln im Gesicht total unwohl. Daher rasiere ich mich, in Augen mancher, fast täglich. Mir ist es ein Rätsel wie sich so Hipsterjünglinge mit ihrem Fell im Gesicht wohlfühlen können.

Ich habe mir zu Anfang ein Päckchen mit 100 Klingen gekauft, was mich knapp 15 Euro gekostet hat. Die Klingen werden einmal die Woche gewechselt, obwohl sie wohl auch locker zwei Wochen halten würden. Aber bei dem Preis kann man schon mal wöchentlich wechseln, und ich mache immer noch einen besseren finanziellen Schnitt als mit den teuren Klingen für Systemrasierer.

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Auf YouTube und in diversen Foren habe ich mir mal so angeschaut und durchgelesen wie man sich am besten mit einem Rasierhobel als Anfänger rasiert. Fast überall wurde erzählt, nur mit dem Strich, nie dagegen. Schnell fand ich heraus, das die Rasur nicht so gut ist wenn man sich ausschließlich mit dem Strich rasiert. Und so riskierte ich es mal auch gegen den Strich. Es geht auch, und das Ergebnis ist da schon deutlich besser. Also blieb ich dabei. Zwei drei Züge mit dem Strich, und zwei drei Züge gegen den Strich. Das reicht bei mir vollkommen.

Anfangs hatte ich auch noch auf Rasierschaum aus der Dose gesetzt. Ich wußte ja nicht ob und wie lange ich bei dieser art der Rasur bleiben werde, und ob das was für mich ist. Da wollte ich mich nicht weiter in Unkosten stürzen indem ich mir noch eine Schale und einen Pinsel zum Aufschäumen von Rasierseife oder Schaum hole.
Doch nach einem Jahr wagte ich den Schritt, und setze seitdem auf Rasierseife zum Aufschäumen. Mensch, hätte ich das mal vorher gemacht. Die Rasur ist damit noch viel besser, und man verletzt sich auch nicht so häufig damit. Die klinge gleitet, flutscht förmlich, über das mit dem Rasierpinsel eingeseifte Gesicht.

Anfangs habe ich mir einen geschlossenen Rasierer geholt. Nach einer Weile wollte ich mal einen offenen Rasierer ausprobieren. Der Unterschied zwischen offen und geschlossen ist, das der offene Hobel einen anderen Winkel hat und mehr von der Klinge frei liegt. Der offene Hobel soll gründlicher sein (noch gründlicher… geht das überhaupt?). Und tatsächlich, die Ergebnisse sind noch besser als mit dem geschlossenen Rasierer. Aber man merkt schon das der offene Hobel aggressiver ist. Auch sind hier Verletzungen häufiger. Der offene Rasierhobel ist schon dicht dran an einem Rasiermesser. So gesehen überlege ich es mir gut, ob ich jetzt den offenen oder den geschlossenen Hobel eine Woche lang benutze.
Mein Favorit ist daher der Rasierhobel mit geschlossenen Kamm.

Also das Jahr mit neuer Rasiererfahrung hat sich gelohnt. Nie zuvor hatte ich so eine glatte Rasur. Das abendliche aufschäumen der Rasierseife, sich einseifen und dann rasieren ist mir ein nettes Ritual geworden, an dem Abends vor dem zu Bett gehen noch mal gut runterkomme. Also mental gesehen.
So Wandelhaft ich auch in den letzten Jahren war, was meine Rasur angeht, so denke ich das ich jetzt bei der Variante mit dem Rasierhobel bleiben werde. Das scheint echt mein Ding zu sein.

Ich sage mittlerweile immer, „Wer einen Bart hat, ist zu Feige sich wie ein Mann mit richtiger Klinge zu rasieren!“.

 

8 Gedanken zu „Fazit ein Jahr Rasierhobel

  1. Vic

    Tja, Andi, ich habe gerade zurückgelesen, was du vor einem Jahr geschrieben und was ich dort kommentiert habe. Fazit: Ich freue mich, dass dein Versuch so gut gelungen ist, prima! War auch meine Erfahrung damals, wie du weißt.

    Mein kurzer Vollbart (definitiv kein Hipster-Look 🙂 ) steht zwar immer noch, wie vor einem Jahr, etwas Angenehmeres kann ich mir weiterhin nicht vorstellen, kleiner Feigling hin oder her 🙂 Aber ich weiß, dieser Look ist nichts für dich. Wenn ich jedoch irdgendwann mal wieder das Bedürfnis hätte, mich zu rasieren, käme definitiv nur der Hobel in Frage. Keine Frage 🙂

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    1. AndiBerlin Beitragsautor

      Nun ja, Du fühlst Dich wohl mit dem Bart, und Deine Frau und Dein Kind kommen auch damit klar. Letzten Endes liegt es ja an einem selber. Für mich selber wäre das nichts.

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  2. CeKa

    In meinen Rasieranfängen gab es keine anderen Rasierer als diese. Insofern heißen die mir noch immer Nassrasierer und die scharfen Teile eben Rasierklingen. Die neumodischen Kram mit den klickbaren Mehrfachklingen nutze ich nur für die unerwünschten Haare an den Ohren und für die Konturen am Bart.

    Ich musste irgendwann leider das „Fell im Gesicht“ anschaffen, weil meine Haut so extrem unter der Nassrasur gelitten hat, dass ich nur noch aus Kratern bestand. Heute nutze ich täglich einen elektrischen Trockenrasierer für die Wangen und wöchentlich eine Schermaschine für den Bart. Der soll nämlich immer hübsch kurz bleiben, weil es ekelhaft juckt, wenn er länger wird.

    Nach fast 40 Jahren Bart in dieser Form traue ich mich gar nicht mehr, den mal komplett zu entfernen. Ich glaube, meine Liebste und meine Freunde würden mich nicht mehr erkennen. 🙂

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    1. AndiBerlin Beitragsautor

      Wenn ein Bart, wie in Deinem Fall, ordentlich gepflegt und nicht zu lang ist, will ich ja nicht dagegen meckern. Mir wird nur Angst und Bange wenn ich diese Hipster mit ihrem wirren Fell im Gesicht sehe. Das sieht irgendwie „verwahrlost“ aus.

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      1. CeKa

        Das sehe ich auch so. Wenn Bart, dann sichtbar gepflegt. Denn nur dann akzeptiert ihn auch die Frauenwelt. 🙂 Aber davon haben jungen Leute wenig bis keine Ahnung *höhö*.

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        1. AndiBerlin Beitragsautor

          Desweiteren kommt hinzu, das ich Leute unter 30 mit Bart nicht wirklich ernst nehmen kann. Ich hoffe der Trend „Hipsterbart“ erledigt sich bald von alleine.

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